Sonntag, 8. Januar 2017

Rezension | Das Aquarium von Franziska Lange

Das Aquarium von Franziska Lange | SadWolf Verlag | Ebook | 220 Seiten | 5,49 Euro | ISBN:
978-3-946446-28-6 | Erscheinungsdatum: 20.12.2016

Um was geht es?

Man könnte sagen, George ist ein Mensch des 21. Jahrhunderts. Der Webdesigner verbringt 18 Stunden täglich vor dem Computer, kommuniziert per E-Mail, hat drei Fernseher gleichzeitig laufen und vereinbart Termine per WhatsApp. Aber: George ist ein Einsiedler. Er lebt und arbeitet in seinem Hamburger Loft in selbstgewählter Isolation. Der Outsider hat seit Jahren das Haus nicht verlassen, er leidet unter Panikattacken und führt Selbstgespräche. Seine besten Freunde sind Amazon Prime und sein Kater Dr. Van Helsing.

In sein abgekapseltes Dasein platzt ein schrulliger Mitbewohner; das Letzte, was der Eremit gebrauchen kann. Lebenskünstler Paddy bringt Georges kleine Welt und sein autistisches Überlebenssystem komplett durcheinander – und dann ist da noch das trinkfreudige Pizzagirl Vivian, das ihn, den trockenen Alkoholiker, schmerzlich an seine Schwester Betty erinnert …

Eine Geschichte im Schatten der Großstadt über Nähe und Isolation, Anonymität und Freundschaft, Selbstentfremdung und Selbstfindung.


Meine Meinung:

Obwohl man bei dem Cover eher einen Fantasy-Roman erwartet, hat  mich die Geschichte unglaublich berührt.

Es geht um George, er ist seit 2 Jahren mehr oder weniger nicht mehr aus seiner Wohnung gegangen. Essen bekommt er über einen Lieferdienst, die Post nimmt der Hausmeister mit bis zu seiner Tür und auch sonstiges lässt sich über das Internet regeln. 
George ist Krank - er hat ein psychisches Problem. Doch um das behandeln lassen zu können, müsste er eigentlich nach draußen gehen. Eine Zwickmühle aus der es kein Entkommen gibt. Oder doch?

Ich mochte George sehr gerne, abgesehen von seinem Problem nach draußen zu gehen ist er ein sehr sympathischer Kerl mit viel Humor und großer Intelligenz. Auch sein mitbewohner Paddy war mir auf anhieb sympathisch. Der doch eher esoterisch-angehauchte Mitbewohner schafft es George aus der Reserve zu locken und ihm das Leben angenehmer zu machen. Auch wenn er etwas schrullig rüberkommt, konnte ich mich doch ganz gut mit ihm identifizieren.

Der Schreibstil des Buches ist wirklich große Klasse. Es geht an sich ja eher um ein trauriges Thema, doch es war mit viel (schwarzem) Humor bespickt, das mich öfters zum Lachen brachte. Allein die Idee des Katers mit dem Namen Dr. Van Helsing ist der Hit. Auch der Aufbau der Charaktere war erstklassig, es gab niemanden den ich nicht mochte (außer den Vater von George, aber dieser hat hier keine eigene Rolle gespielt) und man konnte die Personen super auseinander halten. 

Ich hätte am liebsten noch weitere 200 Seiten gelesen und hoffe deswegen das die Autorin noch weitere Bücher schreiben wird, denn diese muss ich dann auf jeden Fall ebenfalls haben.

Die Autorin:
Franziska Jennifer Lange wurde 1972 geborgen. Sie arbeitete als Journalistin, Malerin und Grafikerin. Heute lebt und schreibt sie mit vier Katzen in Hamburg-Winterhude.

Links:

Mein Fazit:
Eine wunderbare Geschichte, die einem zum Lachen und zum Nachdenken bringt. 

5 von 5 Chibis


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