Montag, 14. November 2016

Rezension | Die Tage, die ich dir verspreche von Lily Oliver

Die Tage, die ich dir verspreche von Lily Oliver | Knaur Verlag | Taschenbuch | Preis: 9,99 Euro | ISBN: 978-3-426-51676-8 | Seiten: 368 | Erscheinungsdatum: 01.09.2016

Um was geht es?
Wie fühlt es sich an, das Herz eines Fremden in sich zu tragen? Dieser Frage widmet sich Lily Oliver in ihrem bewegenden Roman "Die Tage, die ich dir verspreche".
»Du hast Glück, Gwen, alles wird gut, Gwen.« Seit ihrer Herztransplantation hört Gwen nichts anderes mehr. Doch statt überschäumender Lebensfreude fühlt sie nur Schuld gegenüber dem Menschen, der für sie gestorben ist. Und so fasst sie in einer besonders verzweifelten Nacht einen ungeheuerlichen Plan: Sie will ihr neues Herz verschenken und sterben. Ihr entsprechendes Angebot in einem Internetforum liest dessen Moderator Noah, ein junger Student, der keinen großen Sinn in seinem Leben sieht. Er hält ihr Angebot für einen üblen Scherz, geht aber zum Schein darauf ein. Erst als Gwen am nächsten Tag vor ihm steht, um ihn beim Wort zu nehmen, erkennt er, wie schrecklich ernst es ihr ist. Nur mit einem gewagten Handel und einer furchtbaren Lüge kann er ihr das Versprechen abringen, ein paar weitere Tage durchzuhalten. Tage, in denen Noah alles daran setzen muss, Gwen von etwas zu überzeugen, woran er selbst kaum noch glaubt: Dass das Leben lebenswert ist.

Meine Meinung:

Das Buch hat mich allein wegen dem wunderschönen Cover bereits angesprochen, als ich dann den Klappentext durchgelesen habe, dachte ich das Buch ist super für diese Jahreszeit ausgewählt und ich wurde auch nicht enttäuscht.

Gwen hat ein neues Herz bekommen und wird deswegen von Schuldgefühlen völlig eingenommen. Sie empfindet Schuld gegenüber der Person die ihr Herz für sie hergeben musste, gegenüber der Familie von dieser Person und überhaupt. Deswegen will sie ihr Herz verschenken. Das dies auch zu klappen scheint ist jedoch nicht überraschend, denn es kommt auf eine ganz andere weiße dazu.

Ich muss sagen Gwen war eine teilweiße echt nervige Protagonistin. Selten hab ich jemanden erlebt der sich selbst so sehr hasst und sich so runter macht wie Gwen. Irgendwann war das einfach nur noch nervig und hat mich gelangweilt. Das ist auch der Grund warum es beim Fazit einen Stern/Chibi Abzug gibt.

Sonst war der Schreibstil wirklich klasse, man konnte sich an sich gut in die Personen hineinversetzen. Vor allem in Noah konnte ich das gut, da er nicht immer wusste, wie er mit Gwen umgehen soll und sich zum Glück auch ein wenig Hilfe gesucht hat. Bis zu einem gewissen Grad konnte ich natürlich auch Gwen verstehen, aber das sie sich so weigert sich fremde Hilfe zu holen und immer versucht es jeden Recht zu machen, konnte ich nicht nachvollziehen. 

Die Atmosphäre im Buch war sehr stimmig. Es ist ein heikles und sehr ernstes Thema und das kam im Buch auch so rüber. Es ist auf keinen Fall etwas leichtes. Menschen warten manchmal sogar Jahrelang auf ein neues Herz, oftmals wird die Hoffnung zerschlagen und es kommt auch vor das die Personen sterben, bis es überhaupt ein passendes Spenderherz gibt. Ich bin echt froh das ich sowas noch nie mit jemanden (oder sogar selbst) mitmachen musste und ich finde es auch schön, das die Autorin durch einen Wink mit dem Zaunpfahl auffordert das Organspenden wirklich wichtig sind.

Die Autorin:
Als Kind wollte Lily Oliver Tierärztin werden und wurde dafür von ihrer Künstlerfamilie misstrauisch beäugt. Nach dem Studium stellte sie fest, dass sie zwar die Medizin liebte, nicht aber den Alltag in der Praxis. Also suchte sie etwas, bei dem sie ihre chronische Neugier und ihr Bedürfnis, alles auszuprobieren, besser ausleben konnte. So kam sie zum Schreiben, dem perfekten Beruf, weil er genauso gefühlvoll und vielseitig ist wie sie. Ihr Studium verbucht sie als bereichernde Erfahrung, und ihre Familie weiß nun endlich, woran sie ist.

Links:

Mein Fazit:
Ein sehr berührendes Buch, das zum Nachdenken anregt.

4 von 5 Chibis




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